Wie lauten die aktuellen Therapieempfehlungen beim Erysipel?

Antwort: Diese häufige akute Infektionskrankheit der Haut, insbesondere des Gesichts und der Extremitäten, ist bei erstmaligem Auftreten in der Regel mit Fieber und Schüttelfrost verbunden. Rezidive verlaufen häufig milder (mitigiertes Erysipel).

Bei unkomplizierten Erysipelen ist eine ambulante Behandlung möglich. Da Streptokokken für mehr als 90 % der Erkrankungsfälle verantwortlich sind, ist Penicillin als intramuskuläre Injektion (4 Mio. IE/Tag) oder als orale Gabe von Amoxicillin (3 – 4,5 g/Tag) die Therapie der Wahl. Die Dauer der Behandlung beträgt bei Erstmanifestation 14 Tage, beim Rezidiv 21 Tage. Die Makrolide Azithromycin und Clarithromycin sind die Alternativen bei Penicillinallergie. Wird eine Mischinfektion vermutet, ist die initiale Gabe von zwei Antibiotika sinnvoll, wobei die Kombination von Penicillin und Clindamycin oder von Amoxicillin und Clavulansäure zu favorisieren ist. Kriterien für eine stationäre intravenöse Behandlung sind ein Erkrankungsalter von über 60 Jahre, Erysipele im Gesicht mit Gefahr der Sinusthrombose, schwer verlaufende bullöse oder nekrotische Erkrankungen oder Auftreten bei Risikogruppen wie Diabetes mellitus oder Immunsuppression.


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Prof. Dr. med. Dietrich Abeck


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Facharzt für Dermatologie, Venerologie, Allergologie
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